AUFWÄNDE BELASTEN Das ERGEBNIS STARK
Die Bruttomarge der EGL Gruppe verringerte sich leicht auf CHF 420.9 Mio. (– 4%). das Unternehmensergebnis, das durch Aufwände stark belastet war, fiel mit CHF 38.4 Mio. (– 69%) deutlich tiefer aus als in der Vorjahresperiode.
In der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009/10 erzielte die EGL eine Bruttomarge von CHF 420.9 Mio. (– 4%), in der ein Erfolg aus Derivatehandel in der Höhe von CHF 180.5 Mio. (+ 30%) enthalten war. Negativ auf die Bruttomarge wirkte sich der Ausfall des französischen Kernkraftwerkes Bugey aus, aufgrund dessen die EGL Strom ersatzweise am Markt beschaffen musste.
Das deutlich tiefere Unternehmensergebnis der EGL ist zudem auf folgende wesentliche Aufwandpositionen zurückzuführen: Für Abschlusskosten aus dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus sind in der Berichtsperiode Aufwände in der Höhe von CHF 47.1 Mio. angefallen. Das Finanzresultat verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 10.4 Mio. auf CHF – 53.6 Mio. (– 24%). Zudem sind wesentlich höhere Ertragssteuern von CHF 53.2 Mio. angefallen (+129%).
Personalwachstum rückläufig, operativer Betriebsaufwand stabil
Verglichen mit der Vorjahresperiode nahm der durchschnittliche Personalbestand um 21% auf 856 Pensen zu. Die Personalkosten stiegen entsprechend auf CHF 81.6 Mio. (+ 20%). Im ersten Halbjahr 2009/10 hat die EGL den Personalaufbau jedoch reduziert, was sich darin zeigt, dass die Anzahl der Beschäftigten in diesem Zeitraum nur noch um 5% zunahm.
Der übrige Betriebsaufwand belief sich in der Berichtsperiode auf CHF 144.8 Mio. In diesem Betrag enthalten sind Aufwendungen für Informatik und Beratungsdienstleistungen in der Höhe von CHF 39.4 Mio. (+ 16%) sowie planmässige Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten in der Höhe von CHF 23.7 Mio. (+ 2%) für die Gas-Kombikraftwerke Calenia Energia und Rizziconi Energia. Ebenfalls zum übrigen Betriebsaufwand zählen Abschlusskosten im Zusammenhang mit dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus (CHF 47.1 Mio.). Von diesem wesentlichen Effekt abgesehen, stieg der operative Betriebsaufwand unterproportional. Unter anderem konnten die Delkredereaufwendungen um 91% auf CHF 1.6 Mio. gesenkt werden (Vorjahresperiode: CHF 17.9 Mio.).
Die Abschreibungen von CHF 37.6 Mio. (– 23%) betrafen vorwiegend die Abschreibung der Gas-Kombikraftwerke Calenia Energia und Rizziconi Energia im Umfang von CHF 23.5 Mio. (+ 0%) sowie Netzanlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Der EBIT der EGL verringerte sich somit auf CHF 154.5 Mio. (– 20%). Der Anteil am Ergebnis assoziierter Gesellschaften betrug CHF – 9.3 Mio. (– 145%). Dies ist im Wesentlichen auf die Verzögerung bei der Aufnahme des kommerziellen Betriebs und die Inbetriebnahmekosten des Gas-Kombikraftwerkes SE Ferrara zurückzuführen.
Aufwände belasten Unternehmensergebnis stark
Das Finanzergebnis der EGL verschlechterte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 10.4 Mio. und betrug per 31. März 2010 CHF – 53.6 Mio. Zu diesem tieferen Finanzergebnis trugen im Wesentlichen die tieferen Zinserträge von CHF 6.6 Mio. (– 73%) sowie negative Währungseinflüsse in der Höhe von CHF 35.2 Mio. (– 1%), hauptsächlich durch die Kursentwicklung des Schweizer Frankens zum Euro, bei. Somit resultierte ein EBT von CHF 91.6 Mio. (– 37%).
Die Erträge der EGL fielen in der Berichtsperiode verstärkt in Tochtergesellschaften an, die hohen Steuersätzen unterliegen. Zudem kam es zu Verlusten in einzelnen Tochtergesellschaften, deren wirtschaftliche Lage eine Aktivierung von Verlustvorträgen nicht erlaubt. Die vorliegende Ertragslage führte daher zu höheren konsolidierten Ertragssteuern von CHF 53.2 Mio. (+ 129%). Für das erste Halbjahr 2009/10 ergab sich somit ein Unternehmensergebnis nach Steuern von CHF 38.4 Mio. (– 69%).
Volatiles Marktumfeld zeigt sich in schwankenden Wiederbeschaffungswerten
Die Bilanzsumme der EGL reduzierte sich seit Ende des letzten Geschäftsabschlusses auf CHF 6'375.7 Mio. (– 6%). Das Umlaufvermögen verringerte sich auf CHF 3'936.6 Mio. (– 9%), was vor allem auf gesunkene kurzfristige positive Wiederbeschaffungswerte von CHF 1'200.1 Mio. (– 24%) zurückzuführen war. Auf der Passivseite sanken die kurzfristigen negativen Wiederbeschaffungswerte ebenfalls auf CHF 1'035.9 Mio. (– 25%).
Negativer Geldfluss aus Geschäftstätigkeit
Der von der EGL erzielte Geldfluss aus Geschäftstätigkeit belief sich auf CHF – 66.3 Mio. und fiel um CHF 183.8 Mio. höher aus als in der Vergleichsperiode (CHF – 250.1 Mio.). Der negative Geldfluss war im Wesentlichen auf Veränderungen der Vorräte (Erdgas und Zertifikate), der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Forderungen zurückzuführen. Der Mittelabfluss aufgrund von Investitionstätigkeiten – hauptsächlich in Asset-Projekte – belief sich während der Berichtsperiode auf CHF – 137.7 Mio. (Vorjahresperiode: CHF – 70.0 Mio.). Der Mittelabfluss aufgrund von Finanzierungstätigkeiten betrug CHF – 77.5 Mio. (Vorjahresperiode: CHF 169.9 Mio.). Der Free Cash Drain betrug CHF 141.1 Mio. (Vorjahresperiode: CHF 330.9 Mio.). Die liquiden Mittel per 31. März 2010 belaufen sich auf CHF 423.9 Mio. und verringerten sich seit Beginn des Geschäftsjahres um CHF – 294.5 Mio.
Gearing bei rund 50% stabil
Das Gearing der EGL betrug in der Berichtsperiode 49.3% gegenüber 51.7% in der Vorjahresperiode. Die Nettoverschuldung betrug CHF 1'003.1 Mio., das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteilen sank seit dem letzten Geschäftsabschluss per 30. September 2009 von CHF 2'110.8 Mio. leicht auf CHF 2'035.3 Mio. (– 4%), wozu vor allem die im Eigenkapital erfassten negativen Währungseffekte in der Höhe von CHF 57.7 Mio. beitrugen.