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SOlide Bruttomarge, unbefriedigendes Unternehmensergebnis

Die EGL erzielte im ersten Semester 2009/10 eine solide Bruttomarge. Folgende Wesentlichen Effekte belasteten jedoch die Aufwandseite überproportional stark: Abschlusskosten aus dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus, Mehrausgaben für die Strombeschaffung aufgrund des Ausfalls des französischen Kernkraftwerks Bugey und ein tieferes finanzresultat. Das Unternehmensergebnis der EGL lag deshalb bei CHF 38.4 Mio. (– 69%).

Wie von der EGL erwartet, erwies sich der Verlauf des Geschäftsjahrs 2009/10 bisher als anspruchsvoll. Wesentliche Aufwände beeinträchtigten die trotz schwierigem Umfeld nur leicht unter Vorjahresniveau liegende Bruttomarge der EGL überproportional stark. Die weiterhin schwierige konjunkturelle Lage führte zu einer noch stärker fokussierten Strategieumsetzung. Mit Ausnahme der Region Skandinavien waren die europäischen Energiemärkte in den letzten sechs Monaten geprägt von tiefen Spot- und Terminpreisen. Diese waren in erster Linie eine Folge der schwachen Nachfrage in der Realwirtschaft. Aber auch die sinkenden Preise für Primärenergieträger wie Erdgas und Kohle sowie für CO2-Zertifikate setzten die Strompreise unter Druck. Die Entkopplung des Erdgaspreises von jenem für Öl setzte sich auch im ersten Semester 2009/10 fort. In der Folge kam es beim Absatz von Erdgas aus Langfristlieferverträgen, deren Preisstruktur an den Ölpreis gebunden war, zu negativen Vertriebsmargen.

Strategieumsetzung noch stärker fokussiert

Die EGL hielt auch in diesem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld an der Umsetzung ihrer Strategie für das Gesamtunternehmen und die drei Geschäftsbereiche fest. Aufgrund der konjunkturellen Lage haben sich Renditeaussichten von Projekten und Geschäftsideen jedoch verändert, was zu einer stärkeren Selektion führte. Weiteres Wachstum wird mit Augenmass und hohem Kostenbewusstsein geprüft und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der EGL erfolgen. Mittel- und langfristig sieht sich die EGL weiterhin gut positioniert.

Unternehmensergebnis deutlich unter Vorjahreswert

Die Bruttomarge für das erste Halbjahr 2009/10 lag mit CHF 420.9 Mio. (– 4%) leicht unter der Vorjahresperiode. Verschiedene Effekte belasten das Ergebnis jedoch überdurchschnittlich stark. Es waren dies Abschlusskosten aus dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus, Mehrausgaben für die Strombeschaffung aufgrund des Ausfalls des französischen Kernkraftwerks Bugey sowie ein tieferes Finanzergebnis und höhere Ertragssteuern. Daraus resultierte ein Unternehmensergebnis von CHF 38.4 Mio., was einer Reduktion um 69% entspricht. Für das erste Halbjahr erzielte die EGL einen Geldfluss aus Geschäftstätigkeit von CHF – 66.3 Mio. Ihr Gearing lag Ende März 2010 bei 49.3%.

Mit Blick auf die oben erwähnten Effekte hat die EGL die bereits 2009 eingeleiteten Massnahmen zur Kostenreduktion weiter verstärkt.

Geschäftsbereiche unterschiedlich erfolgreich

Im Handelsgeschäft der EGL bewährte sich ihre Hub-Strategie, also die dezentrale Organisation der Aktivitäten in verschiedenen Handelsregionen. Diese geografische Diversifikation, die Nähe zu Märkten und Kunden und ihre Handelskompetenz ermöglichten es der EGL, ihr Handelsergebnis trotz schwierigem Marktumfeld insgesamt klar zu verbessern. Sie hat mit der Eröffnung von zwei Büros in Brüssel und Düsseldorf zudem weitere Schritte unternommen, um ihr Origination-Angebot weiter auszubauen.

Im Geschäftsbereich Assets trübten Aufwendungen im Zusammenhang mit dem nicht möglichen Verkauf des Kraftwerkprojekts Energy Plus und der Ausfall des französischen Kernkraftwerks Bugey den Geschäftsverlauf. Die der EGL zur Verfügung stehenden Assets produzierten zuverlässig und konnten erfolgreich in die Handelstätigkeit integriert werden. Das Gas-Kombikraftwerk SE Ferrara lief in einer Testphase und nimmt seinen operativen Vollbetrieb voraussichtlich im Juli 2010 auf. Die EGL beteiligte sich Ende 2009 zudem mit 24.1% am Projekt für den Bau eines Off-Shore-Windparks mit einer Kapazität von 400 MW in der deutschen Nordsee.

Das Erdgasgeschäft der EGL war geprägt durch die nach wie vor geringe Nachfrage gepaart mit einem Überangebot am Markt sowie die daraus resultierende anhaltende Entkopplung von Erdgas- und Ölpreisen. Die Vertriebsmargen für den Absatz von Erdgas aus langfristigen Bezugsverträgen, deren Preisstruktur üblicherweise an den Ölpreis gekoppelt ist, entwickelten sich in der Folge negativ. Fortschritte konnte die EGL beim weiteren Aufbau des Geschäftes mit Liquefied Natural Gas und bei den Verhandlungen mit möglichen weiteren Partnern für das Projekt der Trans Adriatic Pipeline verzeichnen. Sie intensivierte zudem die Verhandlungen für das Durchleitungsrecht für Erdgas durch die Türkei, nachdem die Energieministerien der Türkei und der Schweiz im November 2009 eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit in Energiefragen unterzeichnet hatten.

Schweiz: Netzbewertung und Verhandlungen mit der EU

Noch ausstehend ist die definitive Bewertung des EGL Übertragungsnetzes in der Schweiz, die massgebend ist für die Festlegung der anrechenbaren Kosten. Die von der staatlichen Regulierungsbehörde ElCom vorgenommene Bewertung der Netze ist aus Sicht der EGL zu tief ausgefallen. Die EGL Grid AG, Tochtergesellschaft der EGL AG und Eigentümerin der Netzanlagen, hat daher beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen die entsprechende Verfügung der ElCom für das Jahr 2010 eingereicht. Weiterhin hängig ist der Entscheid des Bundesverwaltungsgerichts bezüglich der anrechenbaren Kosten für des Jahr 2009.

In der Berichtsperiode wurden die Verhandlungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union im Strombereich weitergeführt. Verhandelt wird unter anderem über den Netzzugang für den grenzüberschreitenden Stromhandel. Dabei werden auch die von Schweizer Stromunternehmen wie der EGL in Frankreich getätigten Kraftwerks- und Netzinvestitionen für den Bezug von Strom in die Schweiz berücksichtigt. Der Ausgang der Verhandlungen ist für die EGL von grosser Bedeutung.

Namensänderung und neuer Verwaltungsrat

Im Januar 2010 stimmten die Aktionäre der EGL an der Generalversammlung der Namensänderung von Elektrizitäts-Gesellschaft Laufenburg AG hin zu EGL AG zu. Der kurze Name EGL AG hatte sich in den letzten Jahren immer mehr eingebürgert, weshalb seine Verwendung offizialisiert wurde. Ebenfalls an der 53. Generalversammlung wurde Hansueli Sallenbach, Leiter Rechtsdienst der Axpo Holding AG, in den Verwaltungsrat der EGL gewählt. Er ersetzt den zurückgetretenen Manfred Thumann.

Negative Aktienperformance

Zu Beginn des Geschäftsjahres 2009/10 stand die EGL Aktie bei CHF 1'089, was zugleich der Höchststand der letzten sechs Monate war (Schlusskurs per 30.09.2009: CHF 1'100). Ende März 2010 notierte der Titel bei CHF 807. Damit zeigte die Aktie im ersten Halbjahr eine negative Kursperformance von – 26.6% beziehungsweise eine negative Gesamtrendite (unter Berücksichtigung der Dividende) von – 25.0%.

Der Swiss Performance Index SPI verzeichnete im gleichen Zeitraum eine positive Performance von + 10.0%.

Im Vergleich zum 31. März 2009 sank das Eigenkapital je Aktie (ohne Minderheiten) von CHF 777.69 auf CHF 760.76 (– 2.2%). Der Gewinn pro Aktie sank von CHF 46.67 (Vorjahr) auf CHF 14.32 (– 69.3%).

Signature Heinz Karrer

 

HEINZ KARRER
Präsident des Verwaltungsrates

Siganture Hans Schulz

HANS SCHULZ
CEO